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„Von Robotern möchte ich mich nicht pflegen lassen.“

Großer Empfang in der Pflegeschule am St. Bernward Krankenhaus (BK): Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Einrichtung im Rahmen der „Woche der beruflichen Bildung“ am 24. April besucht.
Ministerpräsident Stephan Weil im Gespräch mit dem Direktorium und der Schulleitung am St. Bernward Krankenhaus.

Dabei kam er sowohl mit BK-Geschäftsführer Stefan Fischer und Pflegedirektorin Bärbel Krauthoff als auch mit zahlreichen Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Altenpflege sowie Hebammen ins Gespräch.

 

Etwas verschmitzt guckt Stephan Weil in die Runde. „Ich habe mit Erstaunen festgestellt, dass ich zum ersten Mal in einer Pflegeschule zu Gast bin“, sagt er nach der offiziellen Begrüßung. Er freue sich, diese ‚Bildungslücke‘ nun endlich schließen zu können.
Eine Stunde lang stand der niedersächsische Ministerpräsident den Pflegeschülerinnen und -schülern sowie Hebammen am St. Bernward Krankenhaus Rede und Antwort und diskutierte vor allem über die generalistische Pflegeausbildung, die 2020 eingeführt wird und die bisherigen einzelnen Pflegeausbildungen ‚Krankenpflege‘, ‚Kinderkrankenpflege‘ und ‚Altenpflege‘ zu einem Ausbildungsgang zusammenfassen wird. „Sämtliche Inhalte aus drei verschiedenen Berufen in einer Ausbildung abzubilden, ohne dass die Pflege an Qualität verliert – das wird eine große Herausforderung“, stellt Petra Schmalstieg, Schulleiterin der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege am St. Bernward Krankenhaus fest. Dem stimmt Weil zu, findet aber auch: „Wenn die Generalistik dazu führt, dass die Vergütung in der Altenpflege an die besser bezahlte Gesundheits- und Krankenpflege angepasst wird, ist das eine gute Lösung.“

Generell ist der Ministerpräsident überzeugt: Eine bessere Vergütung in Pflegeberufen würde die Attraktivität des Berufes deutlich steigern. „Der Beruf ist sozial sehr hoch angesehen, dort liegt nicht das Problem des derzeitigen Fachkräfte- und Nachwuchsmangels“, verdeutlicht er. Die Arbeitsbedingungen müssten sich jedoch deutlich bessern. Neben der zu niedrigen Vergütung sei auch der hohe Dokumentationsaufwand in Pflegeberufen ein Faktor, der zum Attraktivitätsverlust des Berufes beitrage. „In der Gesundheits- und Krankenpflege nimmt die Dokumentation etwa ein Viertel der Arbeitszeit ein, in der Altenpflege sogar ein Drittel“, stellt Weil fest. Die Zeit fehle bei den Patienten und Bewohnern – „da stellt sich mir schon die Frage, ob das so sein muss.“ Diese und andere Fragestellungen sollen deshalb in Niedersachsen in diesem Jahr sehr klar in einer strukturierten Diskussion auf den Punkt gebracht werden. „Denn so wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, stellt Weil fest und erntet dafür eifriges Nicken aus dem Plenum.
Und auch bei einer anderen Frage wird der Ministerpräsident deutlich: Als Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin Lea Höweling auf die Entwicklung der Robotik in der Pflege zu sprechen kommt und Weil fragt, ob er sich auch von einem Roboter pflegen lassen würde, antwortet dieser spontan: „Nein, von Robotern möchte ich persönlich mich nicht pflegen lassen.“ Zwar könne er sich vorstellen, dass Roboter zur Unterstützung der Pflege dienen könnten, zum Beispiel bei der Essenausgabe. „Wenn sie aber eine Pflegekraft ersetzen sollen, um Personallücken zu überdecken, ist das aus meiner Sicht eindeutig der falsche Weg.“

 

Pflegeschule am St. Bernward Krankenhaus

Die Pflegeschule am St. Bernward Krankenhaus unterrichtet seit 1908 Schülerinnen und Schüler in Gesundheits- und Krankenpflege. Derzeit erlernen 135 Auszubildende dort diesen Beruf. Um dem drohenden Fachkräftemangel etwas entgegenzusetzen, startet neben dem regulären Kurs am 1. August ein weiterer Ausbildungskurs zum 1. Oktober.
Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wird seit 1954 am St. Bernward Krankenhaus unterrichtet, derzeit erlernen 55 Frauen und Männer diesen Beruf.
Die Hebammenausbildung gibt es am BK seit 1984, momentan werden 30 angehende Hebammen hier unterrichtet.
Im Jahr 2007 hat das St. Bernward Krankenhaus den Ausbildungsgang ‚Altenpflege‘ von der Caritas übernommen, zurzeit werden 90 Frauen und Männer in diesem Beruf ausgebildet.

 

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