Leistungsspektrum / Hüftgelenk
Eine der häufigsten Gelenkverschleißerkrankungen ist die des Hüftgelenkes. Bei gestiegener Lebenserwartung und dem Wunsch an Mobilität und Beweglichkeit kommt heute dem Hüftgelenkersatz eine große Bedeutung zu. Wir führen diese Operation in unserer Klinik routinemäßig durch und verwenden hierbei in der Regel zementfreie Implantate. Je nach biologischem Alter und Knochensubstanz unserer Patienten wird aus einem Spektrum verschiedener Modelle die geeignete Endoprothese ausgewählt.
Bei jungen Patienten kommt eine den Oberschenkelhals erhaltende Hüftkopfkappe (Oberflächenersatz) oder eine Kurzschaftprothese zur Anwendung. Wir verwenden in unserer Klinik in der Regel die Kurzschaftprothese Typ Mayo oder bei geeigneter Indikation den Birmingham Hip Oberflächenersatz.
Bei Patienten mittleren Alters mit guter Knochensubstanz kommt eine zementfreie Prothese zur Anwendung. Aufgrund der guten Erfahrungen und der Langzeitergebnisse, die mit der CLS-Spotorno Prothese weltweit gemacht worden sind, haben wir uns für diesen Prothesentyp bei der Standard-Versorgung entschieden.
Wenn die Knochensubstanz bei älteren Patienten eine zementfreie Prothesenverankerung nicht erlaubt, verwenden wir Knochenzement für eine sichere Befestigung des Implantates.
Sofern es die anatomischen Gegebenheiten und die Weichteilsituation erlauben, werden die genannten Prothesenmodelle in einer minimal-invasiven Technik implantiert. Neben einem kosmetisch ansprechenden möglichst kleinen Hautschnitt versteht man hierunter eine chirurgische Zugangstechnik die Weichteile und Muskelschichten schont.
Nach einer anfänglichen Phase der Teilbelastung an Unterarmgehstützen können unsere Patienten bei guter Muskelführung des Gelenkes rasch zur Vollbelastung übergehen. Bei den zementfreien Prothesen ist dies in der Regel nach der Anschlussheilbehandlung möglich, die sich dem etwa zehn bis 14-tägigen Krankenhausaufenthalt anschließt.
Bei der zementierten Implantationstechnik ist die Vollbelastung von Anfang an möglich!
Außer der Erstimplantation führen wir auch Wechseloperationen bei gelockerten Hüftendoprothesen durch. Unterschieden werden muss zum einen zwischen der zum Glück sehr seltenen Auslockerung aufgrund einer Infektion der Prothese (septische Lockerung) und der Auslockerung aufgrund von Materialverschleiß, Abriebpartikeln und langer Standzeit des Implantates ohne das eine Infektion eine Rolle spielt (aseptische Lockerung).
Für diese Fälle stehen uns Spezialprothesen zur Verfügung, die entsprechend den besonderen anatomischen Gegebenheiten bei einer Wechseloperation bedarfsgerecht ausgewählt und angepasst werden können.
Bei hüftgelenksnahen Knochenbrüchen führen wir selbstverständlich die unfallchirurgischen Standard-Operationen durch. Wir versorgen die mediale Schenkelhalsfraktur in der Regel beim jüngeren Patienten mit einer Schraubenosteosynthese und beim älteren Patienten mit einer Duokopf-Prothese.
Bei der Duokopf-Prothese wird ein Prothesen Schaft mit einem Kopf versehen, der in der ursprünglichen Hüftpfanne gleitet, ohne dass eine künstliche Hüftpfanne implantiert werden muß. Frakturen jenseits des Schenkelhalses (z.B. die pertrochantäre Oberschenkelfraktur) bedürfen der Schienung von „Innen“ mit dem sogenannten Gamma-Nagel.
Gern beantworten wir Ihre individuellen Fragen in unserer Sprechstunde.
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Firmen Zimmer Germany GmbH, Smith & Nephew Orthopaedics AG sowie Stryker GmbH & Co.KG

